Ehre

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Ehre, Ehrerweisung


„Ehre“ war für soziologische Klassiker wie Georg Simmel und Max Weber, aber auch für neuere Theoretiker wie Pierre Bourdieu ein zentrales Konzept zur Erfassung von sozialen Ungleichheiten sowie der symbolischen Ordnung von Gesellschaft. Erving Goffman hat in diversen Arbeiten herausgearbeitet, wie Ehrerweisungsrituale Kommunikation in der sozialen Welt strukturieren und Anerkennungsverhältnisse stabilisieren. Wenn man sich die verschiedenen Gebrauchsweisen von Ehre genauer anschaut, dann wird deutlich, dass es dabei immer um Relationen der Wertschätzung und Anerkennung geht, die sich zwischen Personen oder Gruppen innerhalb der sozialen Welt konstituieren. Diese Relationen sind einerseits Objekt von Konkurrenzen und Wettbewerbskonstellationen und somit potentiell immer in Bewegung; andererseits können sie sich jedoch verfestigen und institutionalisieren, vor allem, wenn sie in anerkannten Zeichenformen Gestalt gewinnen. Ehre ist immer eine Schnittstelle zwischen Innen und Außen, Akteur und System. An dieser Schnittstelle müssen auch die Mikro- und Makroperspektiven der Soziologie verknüpft werden, wenn man ein valides Bild vom Stellenwert und von den Funktionen der Ehrphänomene in modernen Gesellschaften gewinnen will. Die Ehre eines Akteurs positioniert ihn einerseits im (oft hierarchisch angelegten) Ordnungsgefüge der sozialen Welt, sie hebt ihn aus der Menge heraus oder ordnet ihn unter. Auf der anderen Seite positioniert sie den Akteur in Gruppenzusammenhängen, d.h. sie zeigt In- und Exklusionen, Zugehörigkeiten und Ausschlüsse an. In einer ersten Annäherung lassen sich nun einige Abgrenzungen formulieren. Der elementarste Begriff, der sich ebenfalls im Kern über das Kriterium der Wertschätzung definiert, ist der Begriff der Anerkennung. Bei allen Phänomenen, die durch das im Folgenden entfaltete Begriffsfeld bezeichnet werden, liegen verschiedene Formen von Anerkennung vor. Anerkannt werden kann ein Individuum oder eine Gruppe „als etwas“ oder „für etwas“, wobei diese Relationstypen teilweise eng miteinander verknüpft sind. Im ersten Fall handelt es sich um den Vorgang einer (oft auch formal-rechtlich geregelten) Kategorisierung, d.h. um die Frage, ob bestimmte Kriterien erfüllt sind, damit jemand als Staatsangehöriger, Asylberechtigter oder Kriegsdienstverweigerer anerkannt wird. Mit dieser Form der Anerkennung erwirbt man einen bestimmten Status, der wiederum oft mit Rechtsansprüchen verknüpft ist. Entsprechende Prozesse gibt es auch auf der kollektiven Ebene, etwa bei der Anerkennung von neuen Staaten. Die Wertschätzung ist hier gleichsam formalisiert, wobei die Konsequenzen solcher Anerkennung durchaus weitreichend sein können, wie der Fall des Krieges im ehemaligen Jugoslawien gezeigt hat. Anerkennung „für etwas“ ist eine meritokratisch angelegte Relation der Wertschätzung. Ein Akteur erfährt innerhalb seines Freundeskreises Anerkennung für bestimmte Leistungen oder Tugenden. Durch diese Form der Anerkennung kann man auch in eine Gruppe kooptiert werden - etwa bei Aufnahme in einen exklusiven Freundeskreis oder, makrosoziologisch betrachtet, bei Kooptation in einen bestimmten Elitenkreis. Oder aber man wird aus der „Masse“ von Menschen herausgehoben und als jemand Besonderes anerkannt. Auch diese Form der Anerkennung kann also vermittelt zu Statusänderungen führen. Mit Bezug auf den Begriff der Ehre lassen sich entsprechend zwei Dimensionen unterscheiden: Ehre kann ein zu erringendes Gut sein, das man für eine Leistung oder eine Tugend zugesprochen bekommt. Sie kann aber auch etwas „Gegebenes“, gleichwohl zu Verlierendes sein. So kann man in einen Stand oder eine Familie hineingeboren werden, die damit verbundene Ehre aber durch ein verhalten, das aus der Sicht der Gruppe inadäquat erscheint, auch verlieren. Die Anerkennung „für etwas“ lässt sich unter bestimmten Bedingungen auch auf Dauer stellen, d.h. sie wird institutionalisiert. Eine solche auf Dauer gestellte Anerkennungsrelation wird bezeichnet als Ruhm, (guter) Ruf oder (guter) Name. Im wissenschaftlichen Feld stellt sich diese Form der Anerkennung als Reputation oder Renommee dar. Für die anderen Akteure sind Ruf oder Reputation nicht nur Aufmerksamkeitsmarken, die eine bestimmte Person oder Gruppe aus der Masse hervorheben, sondern sie stehen auch für die Erwartbarkeit einer bestimmten Qualität. Für den betroffenen Akteur selber kann dies wiederum wie ein Kreditrahmen fungieren, in dem man „auf Vorschuss“ beispielsweise Gelder und Stellen zugewiesen bekommt - in Erwartung dessen, dass die späteren Outputs von entsprechend hohem Wert sein werden. Eine besondere Form der Institutionalisierung von Anerkennungsrelationen ist das soziale Ansehen, das in soziologischer Terminologie als Prestige bezeichnet wird. Die Wertschätzung bezieht sich hier auf sozialstrukturell unterscheidbare Gruppen. In der neueren sozialwissenschaftlichen Diskussion wird vor allem der Zusammenhang zwischen Prestige einerseits sowie Vermögen, Bildung und Einfluss andererseits betont. So wie mein Schulabschluss und mein Verdienst einerseits mein Prestige steigern können, so ist andererseits der Grad meiner sozialen Wertschätzung wieder gewinnbringend in Vermögen, Bildung und Einfluss umsetzbar. Dabei ist Prestige jedoch niemals ein „objektives“ Datum wie der Status, sondern bleibt stets ein Resultat relationaler Wertschätzungsprozesse in der Gesellschaft. Aus dem sozialen Status, der sich objektiv errechnen lässt, folgt nicht automatisch auch entsprechendes Prestige. So kann beispielsweise ein bestimmter Beruf wie der des Immobilienmaklers oder des Kreditgebers mit extrem hohem Einkommen, aber extrem niedrigem Prestige einhergehen, während etwa die Krankenschwester mit relativ geringem Einkommen durchaus hohe soziale Wertschätzung genießt. Ansehen, Prestige, Ruf und Reputation verbleiben jedoch in aller Regel zunächst einmal auf einer äußeren Ebene. Sie sind, um eine alte Unterscheidung aufzugreifen, Bestandteile der „äußeren Ehre“ als eines Zuschreibungsproduktes der sozialen Welt. Diese äußere Ehre ist in der Regel teilbar, zähl- oder skalierbar und meist auch abgelöst von Moral- und Gewissensnormen. In der Semantik der Ehre kommt noch etwas hinzu, was traditionell als „innere Ehre“ bezeichnet worden ist. Diese innere Ehre bezeichnet all jene moralischen Bindungen, Werte und Normen, die sich für ein Individuum mit der Verbindlichkeit bestimmter Ehrbegriffe verknüpfen. Für das Individuum konstituiert sich so seine Integrität, für die jeweilige Gruppe ein integrativer normativer Zusammenhang. Max Weber sprach hier von einem „innerlich einigenden Band“ (1976: 623), welches das Handeln der Menschen steuert. Innere Ehre ist dabei keine intern gewachsene, sondern eine internalisierte Größe, in die all jene Anforderungen des generalisierten Anderen (Mead) eingegangen sind, die gruppenspezifisch in die jeweils geltenden Ehrbegriffe eingelassen wurden. Die Befolgung der entsprechenden Normen ist wiederum entscheidend für die In- und Exklusion der Gruppe. Nur derjenige, der die Anforderungen erfüllt, kann auf dauerhafte Zugehörigkeit rechnen. Entscheidend ist, dass diese Form der Ehre - anders als etwa die feldspezifische Reputation eines Wissenschaftlers - den „ganzen Menschen“ betrifft. Wer seine Integrität verliert, der hat nicht nur in einer bestimmten Funktionsrolle eines Feldes Anerkennungsprobleme, die sich durch Feldwechsel mühelos beheben lassen, sondern er hat gleichsam überall sein „Gesicht“ verloren. Die Gefahr des Verlustes, die in der Metapher vom Gesichtsverlust angesprochen wird, ist konstitutiv für die Ehre. Ehre kann verletzt und ganz verloren werden, wobei dies auf zwei - zum Teil ineinander greifende - Weisen geschieht. Zum einen droht ein selbstverschuldeter Ehrverlust, wenn man sich unehrenhaft verhält und somit die im Ehrbegriff kodierten Anforderungen nicht erfüllt. Jeder Akteur riskiert immer da, wo er sich in eine Art von „Öffentlichkeit“ begibt, wo also sein Verhalten beobachtbar und kontrollierbar ist, sein „Gesicht“. Zum anderen aber kann Ehre auch fremdverschuldet verloren werden. Beleidigung, Schändung und Demütigung sind Begriffe, die einen solchen fremdverschuldeten Ehrverlust oder doch zumindest eine Herausforderung anzeigen, deren Nichtbeantwortung zwingend zu Ehrverlusten führt. Eine Zwischenkategorie ist der Skandal, da bei einer „glückenden“ Skandalisierung in der Regel sowohl ein Fehlverhalten des einen Akteurs wie ein erfolgreicher Angriff des anderen Akteurs zusammenkommen muss. Vor dem Hintergrund einer langen Tradition, innerhalb derer sich zahlreiche Wandlungsprozesse der Definition von Ehre vollzogen haben, wird die soziale Verortung von Akteuren auch in der Gegenwartsgesellschaft häufig über die Zuschreibung von Ehre geleistet. In der gegenwärtigen Soziologie spielt die Ehre jedoch, mit wenigen Ausnahmen, eine völlig untergeordnete Rolle . Dies war zur Jahrhundertwende, bei den „Klassikern“ modernen soziologischen Denkens, anders. In kritischer Rekonstruktion insbesondere der Theorieangebote Max Webers und Georg Simmels lassen sich zwei zentrale Funktionen der Ehre beschreiben: Differenzierung und Integration. Max Weber verweist mit seinem Begriff der „sozialen Ehre“ auf einen Zuordnungsmechanismus, der soziale Gruppen ganz unterschiedlichen Umfangs voneinander abgrenzt . Obwohl bei Weber nicht explizit angesprochen, ist eine der wichtigsten ehrbedingten Differenzierungen die zwischen den Geschlechtern, auch wenn in den modernen Gegenwartsgesellschaften diese Dimension zunehmend verblasst. Die jeweiligen Ehrbegriffe sind über spezifische Anforderungen an die Lebensführung und ständisch definierte Lebensstile geprägt, deren Missachtung mit dem Ausschluss sanktioniert werden kann (Weber, 1976, 535ff). Soziale Ehre, bei Weber auch als Prestige bezeichnet, differenziert somit die soziale Welt und ordnet sie in hierarchischer Weise an. Wichtig ist dabei, dass soziale Ehre immer auch die Basis von (sozialer, politischer und ökonomischer) Macht sein kann (Weber, 1976, 531). Diesen oft unterschätzten Gesichtspunkt greift Pierre Bourdieu später auf und systematisiert ihn, indem er Ehre als eine Form von „symbolischem Kapital“ beschreibt. Symbolisches Kapital - Ehre, Prestige, Renommee - ist demnach nicht nur sinnlich fassbarer Ausdruck von anderen Kapitalsorten, also Ausdruck von Geld (als ökonomischem Kapital), Bildung (als kulturellem Kapital) oder guten Beziehungen (als sozialem Kapital; vgl. Bourdieu, 1983 und 1985). Es ist gleichzeitig ein Medium, über das sich Machtrelationen im sozialen Raum herstellen. Ehre ist Macht in einer als legitim anerkannten Form und ist somit an der Herausbildung wie Stabilisierung sozialer Hierarchien beteiligt. Herausforderung und Kampf einerseits, Gastfreundschaft und Gabentausch andererseits sind wichtige Formen, über die sich nicht nur bei nordafrikanischen Berberstämmen, sondern auch in der modernen Industriegesellschaft die Distribution von Ehre vollzieht (vgl. Bourdieu, 1976). Georg Simmel wiederum hat herausgearbeitet, dass soziale Gruppen durch ihre Ehrvorstellungen und die damit verbundene Kontrolle über das Verhalten der Mitglieder den eigenen Bestand auf Dauer stellen. Ehre ist hier erkennbar als eine normative Steuerungsgröße, deren Ort nach Reichweite und Verbindlichkeitsgrad zwischen dem gesatzten Recht und der Moral des individuellen Gewissens liegt: sie ist Bestandteil der „Sitte“ und entfaltet so eine beachtliche kohäsive Wirkung in der sozialen Welt (Simmel, 1992,77ff). Gültige Ehrvorstellungen machen das Verhalten der Akteure berechenbar und stellen so eine Ressource dar, von der alle Mitglieder einer Gruppe profitieren können. Gemeinsame Ehrbegriffe festigen gemeinsame Werte und Normen und fungieren somit als eine wirksame Integrationsklammer. Integration kann dabei durchaus mit Zwang verbunden sein, sofern die Einhaltung der Regeln von der auf ihren Bestand bedachten Gemeinschaft teilweise mit einschneidenden Sanktionen überwacht wird. Die geltenden Ehrkonzepte wirken hier als soziale Disziplinierungsgröße . Die Inhalte der Ehre, die konkreten Werte und Normen, über die sich die Ehrenhaftigkeit sozialer Akteure definiert, sind keineswegs konstant, sondern raum-zeitlich ausgesprochen vielfältig. Alexis de Tocqueville hat schon in seiner Untersuchung der amerikanischen Demokratie gezeigt, dass es sich dabei um eine Variable handelt, die inhaltlich ganz unterschiedlich gefüllt werden kann (1976, 250ff). Die Ehre einer Gruppe oder eines Volkes erhebt demnach langfristig immer genau diejenigen Verhaltensweisen zu Tugenden, die im Hinblick auf die soziale Lage funktional erscheinen. So ist die Ehre des mittelalterlichen Ritters über Kampftugenden und Repräsentationspraxis ganz anders definiert als die des Kaufmanns im 19. Jahrhunderts, die an Ehrlichkeit, Vernunft und Verlässlichkeit geknüpft ist.


Literatur:

Berger, Peter L. (1975): Exkurs: Über den Begriff der Ehre und seinen Niedergang. In: Brigitte Berger u.a., Das Unbehagen in der Modernität. Frankfurt/M., New York, 75-86. Bourdieu, Pierre (1976): Entwurf einer Theorie der Praxis auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft. Frankfurt/M. Bourdieu, Pierre (1983): Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Reinhard Kreckel (Hrsg.), Soziale Ungleichheiten. (= Soziale Welt, Sonderband 2). Göttingen, 183-198. Bourdieu, Pierre (1985): Sozialer Raum und 'Klassen'. Leçon sur la leçon. Zwei Vorlesungen. Frankfurt/M. Goffman, Erving (1986): Interaktionsrituale. Über Verhalten in direkter Kommunikation. Frankfurt/M. Honneth, Axel (1992): Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Frankfurt/M. Honneth, Axel (1997): Anerkennung und moralische Verpflichtung. In: Zeitschrift für philosophische Forschung 51 (1997), 25-41. Korff, Wilhelm (1966): Ehre, Prestige, Gewissen. Köln. Margalit, Avishai (1997): Politik der Würde. Über Achtung und Verachtung. Berlin. Reiner, Hans (1956): Die Ehre. Kritische Sichtung einer abendländischen Lebens- und Sittlichkeitsform. o.O. Schiffauer, Werner (1983): Die Gewalt der Ehre. Erklärungen zu einem türkisch-deutschen Sexualkonflikt. Frankfurt/M. Simmel, Georg (1992): Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung (Gesamtausgabe, Hrsg. von O. Rammstedt, Bd. 11). Frankfurt/M. Speier, Hans (1952): Honor and Social Structure. In: Hans Speier, Social Order and the Risks of War. Cambridge, Mass., London, 36-52. Tocqueville, Alexis de (1976): Über die Demokratie in Amerika. (=Alexis de Tocqueville, Werke und Briefe, Bd. II). Zweiter Teil. Stuttgart. Vogt, Ludgera (1997): Zur Logik der Ehre in der Gegenwartsgesellschaft. Differenzierung, Macht, Integration. Frankfurt/M. Vogt, Ludgera (1997a): Zeichen der Anerkennung. Orden als Medien sozialer Differenzierung und gesellschaftlicher Integration. In: Soziale Welt 48 (1997), 187-205. Vogt, Ludgera (1998): „Aktivposten mit Dauerauftrag“. Die Inszenierung von Werten: Eine Fallstudie zur Alltagspraxis staatlicher Auszeichnungen, in: Herbert Willems, Martin Jurga (Hg.), Inszenierungsgesellschaft. Ein einführendes Handbuch. Opladen, Wiesbaden 1998, 253-272. Vogt, Ludgera / Zingerle, Arnold (Hrsg.) (1994): Ehre - archaische Momente in der Moderne. Frankfurt/M. Weber, Max (1976): Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie. Fünfte, rev. Auflage, mit textkritischen Erläuterungen hrsg. von J. Winckelmann. Tübingen. Zingerle, Arnold (1989): Ehre. In: Günter Endruweit, Gisela Trommsdorf (Hrsg.), Wörterbuch der Soziologie, Bd. 1, Stuttgart, 132-133. Zingerle, Arnold (1990): Ehre und Demokratie. Überlegungen im Anschluß an Alexis de Tocqueville. In: Eckart Pankoke (Hrsg.), Institution und technische Zivilisation. Symposion zum 65. Geburtstag von Johannes Chr. Papalekas. Berlin, 231-251. Zingerle, Arnold (1991): Historische und systematische Vorüberlegungen zu einer Soziologie der Ehre. In: Arnold Zingerle (Hrsg): Soziologie der Ehre. Annali di Sociologia / Soziologisches Jahrbuch 7 (1991).1991a, 15-52. Zunkel, Friedrich (1975): Ehre, Reputation, in: Otto Brunner, Werner Conze und Reinhart Koselleck (Hrsg.), Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Band 2. Stuttgart, 1-64.


Ludgera Vogt, Bergische Universität Wuppertal



i) Zu den Ausnahmen zählen die Arbeiten von Hans Speier (1952), Peter L. Berger (1975), Arnold Zingerle (u.a. 1989, 1990, 1991) und die Beiträge in Vogt/Zingerle (1994). Aus sozialphilosophischer Sicht haben in jüngster Zeit Axel Honneth (1992, 1997) und Avishai Margalit (1997) den Zusammenhang von Ehre und Anerkennung thematisiert. ii) Dieser Webersche Blick ist später aufgenommen worden durch die Prestigeforschung (vgl. Wegener 1988). Die konkrete interaktionelle Konstitution von Distanz und Hierarchie durch Rituale der Ehrerbietung hat Erving Goffman (1986, 65ff) untersucht. iii) Zur integrativen Wirkung von Ehre vgl. auch Tocqueville (1976, 250ff), Honneth (1992) und, aus moraltheologischer Sicht, Korff (1966).

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