Die Erkenntnistheorie untersucht die Tragweite und die Beschaffenheit unserer Erkenntnis. Insbesondere fragt sie, in welchem Verhältnis unsere Erkenntnisse von der Welt zur wirklichen Welt stehen und welcher Grad an Gültigkeit ihnen beizumessen ist. Können wir die Welt erkennen, wie sie wirklich ist, oder ist all unsere Erkenntnis notwendig perspektivisch gefärbt? Gibt es so etwas wie 'objektive' Erkenntnis? Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich die Erkenntnistheorie.
Was die heikle Frage betrifft, welche erkenntnistheoretische Position die Richtige ist, soll und kann dies hier offenkundig nicht entschieden werden. Für alle Positionen gibt es Vertreter in der Gegenwart, die sich häufig erbitterte Auseinandersetzungen liefern. Für alle Positionen lassen sich (mehr oder weniger) gute Argumente finden. Man könnte daher darauf verweisen, welche Position am häufigsten vertreten wird, muss aber natürlich zugleich eingestehen, dass sich auch Mehrheiten irren können, und es keine Garantie dafür gibt, dass sich die zeitgenössischen Mehrheiten nicht auch verschieben könnten.
Im Anschluss an Dilthey lassen sich im Wesentlichen folgende drei erkenntnistheoretische Grundrichtungen unterscheiden: der Realismus, der Subjektivismus und der Objektivismus.
Autor: Jo Reichertz