Grice hat in einigen Aufsätzen (Grice 1993b,c,d) über Bedeutung postuliert, dass es neben der konventionell festgelegten Wort- bzw. Satzbedeutung zusätzlich noch eine Sprecherbedeutung gibt. Diese hängt variabel davon ab, wie der Sprecher die ihm zur Verfügung stehende konventionelle Sprache in einer bestimmten Situation gebraucht.
Wenn in einer Äußerung Sprecherbedeutung und Satzbedeutung verschieden oder sogar gegenteilig sind, liegt ein sprachliches Phänomen vor, welches Grice „Implikatur“ nennt. Es ist ein eigens eingeführter Kunstbegriff, der trotz gewollter Ähnlichkeit ganz klar unterschieden werden soll vom Begriff „Implikation“. Letzterer bezeichnet eine semantische Inferenz, der Begriff „Implikatur“ hingegen bezeichnet eine pragmatische Inferenz.
„Implikatieren“ soll laut Grice sogar als Sammelbegriff dienen für eine ganze Gruppe von Verben: andeuten, meinen, zu Verstehen geben.
Die Implikaturen unterteilt Grice in zwei Kategorien: konventionale und nicht-konventionale. Letztere unterteilt er weiter in nicht-konversationale und Implikaturen, konversationale.
(Grice 1993: 245-248)
Literatur:
- Grice, Herbert P. (1993): Logik und Konversation. S. 243-265 in: Meggle, Georg (Hrsg.): Handlung, Kommunikation, Bedeutung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
- Grice, Herbert P. (1993b): Sprecherbedeutung, Satz-Bedeutung, Wort-Bedeutung. S. 85-111 in: Meggle, Georg (Hrsg.): Handlung, Kommunikation, Bedeutung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
- Grice, Herbert P. (1993c): Sprecherbedeutung und Intentionen. S. 16-51 in: Meggle, Georg (Hrsg.): Handlung, Kommunikation, Bedeutung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
- Grice, Herbert P. (1993d): Intendieren, Meinen, Bedeuten. S. 2-15 in: Meggle, Georg (Hrsg.): Handlung, Kommunikation, Bedeutung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Autor: Bianca Spans