Der Begriff ‚performative Äußerung’ wurde vom Sprachphilosophen John Austin 1958 in den Diskurs eingebracht, um solche Sprechhandlungen zu benennen, durch die eine Handlungen tatsächlich ausgeführt, also vollzogen wird („Hiermit verspreche ich“). Mittlerweile sind ‚Performanz’ oder ‚Performativität’ zentrale Begriffe der Kulturwissenschaft (gern wird auch von einem performative turn gesprochen), werden jedoch unterschiedlich gebraucht. Im Wesentlichen kursieren drei Gebrauchsweisen: a. Vollziehen durch Aussprechen (Sprachphilosophie, Kommunikationswissenschaft), b. wahrnehmbarer konkreter Ausdruck einer zugrunde liegenden Kompetenz (Linguistik) und c. rituelles oder theatrales Aufführen von Handlungen vor Publikum (Medienwissenschaften, Ethnologie).
Literatur Fischer-Lichte, Erika / Christian Horn / Sandra Umathum / Matthias Warstat (Hrsg.). 2003. Performativität und Ereignis, Tübingen und Basel: A. Francke Verlag. Wirth, Uwe (Hrsg.) 2002. Performanz. Zwischen Sprachphilosophie und Kulturwissenschaften. Frankfurt/Main: Suhrkamp.